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Viral Experience – Ein Virus geht viral

Stefan Schmitt
    • Seit einigen Wochen befinden wir uns fast weltweit in einem Ausnahmezustand. Nichts scheint mehr so wie es war – ein winziger Virus hat unsere Körper, Köpfe und Gesellschaften infiziert. Sich einzuigeln ist kein Zeichen von selbst gewählter Isolation in einer körperloser werdenden Welt mehr, sondern eine Präventivmaßnahme, um sich und andere zu schützen. Wir sind gezwungen Distanz zu halten. Cocooning bekommt eine ganze neue Bedeutung. Frei nach Marx und Engels „geht ein Gespenst um in der Welt – ein Gespenst namens Corona“.

    Die Meinungen darüber, welche Gestalt dieses Gespenst habe und welche Auswirkungen sein Dasein mit sich bringen könnte, gehen weit auseinander. Die einen sehen 2-4 Millionen mögliche Tote (andere noch mehr), die anderen gerade mal 50.000 bis 100.000 (Quelle Interview Dr. Jay Bhattacharya). Die Letalität liegt mittlerweile zwischen 0,1 – 0,37% und damit im Bereich einer starken Grippe und etwa 30mal geringer als von der WHO ursprünglich angenommen. Laut Professor Kim Woo-joo vom Guro-Krankenhaus der Universität von Korea ist diese in einzelnen Ländern sehr unterschiedlich und hängt stark von den getroffenen Maßnahmen, der medizinischen Versorgung und der Demografie, also dem Alter der Bevölkerung ab. Dabei stellen Italien, Spanien und die USA Negativbeispiele dar während die Situation in Deutschland (trotz der hohen Fallzahlen), Schweden oder Südkorea deutlich besser aussieht.

    Die Gefahr

    Die Antworten auf die Frage wie gefährlich dieses Virus denn nun wirklich ist, gehen weit auseinander. Geht man von der Hypothese einer großen Gefahr aus, so liegt die Herausforderung darin Risikomanagement zu betreiben und geeignete Maßnahmen im Umgang zu ergreifen. In der Frage, was gutes Risikomanagement ist, scheiden sich die Geister zunehmend. Während ein vollständiger Lockdown vor einigen Wochen allenthalben befürwortet wurde, mehren sich die Kritiker. Anstatt sich von einigen wenigen Experten im unmittelbaren Dunstkreis beraten zu lassen hätte man, laut Juli Zeh, seitens der Bundesregierung auch eine Adhoc Kommission einberufen können, um in einem größeren Verbund fähiger Spezialisten und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen geeignete Maßnahmen ganzheitlich zu diskutieren. Das Hinzuziehen von Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen hatte auch Prof. Dr. Christian Drosten bei Maybrit Illner am 12.03.2020 vorgeschlagen. 

    • Die Medien

      • Der Umgang mit dem Virus schafft unsere Realität, nicht das Virus selbst. Die Allermeisten von uns sind gesund. Viele Erkrankte haben die Krankheit bereits hinter sich gebracht und sind nun immun. Es sind nicht die vielen Kranken und Toten, die uns in Angst und Schrecken versetzen, sondern die Zahlen und Bilder, die nicht in einen vernünftigen Kontext gesetzt werden. Fallzahlen, Ansteckungsraten, Mortalitätsraten, Letalität, Tote – durch nackte, dekontextualisierte Zahlen wird Angst und Panik erzeugt  – die Menschen sind in Alarmbereitschaft und vermuten hinter jedem halbwegs anständigen Husten Covid-19 und suchen Ärzte und Krankenhäuser auf. Die Fakten sind immer noch weitestgehend unbekannt, eine solide Datenbasis fehlt. Die wird es erst mit Kohorten-Untersuchungen und deutlich aussagekräftigeren Antikörper-Tests geben (Pressekonferenz mit Christian Drosten/37:58-41:16). Was nicht fehlt, ist Hysterie erzeugt durch einen Information Overkill. Die allgemeine Wahrnehmung des Corona Virus und seiner Implikationen ist im Wesentlichen medial geprägt und vermittelt. Man könnte auch überspitzt sagen: ohne Medien, kein Virus. Mittlerweile stellt sich die Frage, ob die mediale Verarbeitung dieses Themas und der politische Umgang damit unsere Gesundheit, unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem womöglich mehr belastet als das Virus selbst. Aufgrund einer derart dünnen Datenbasis so drastische Maßnahmen einzusetzen erscheint mir vor allem angesichts der psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen maßlos überzogen. Menschen, die kritisch hinterfragen, sehen sich dieser Tage nicht selten mit Vorwürfen konfrontiert, aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen oder dem Glauben an Verschwörungstheorien Millionen von Menschenleben aufs Spiel setzen zu wollen. Dabei geht es lediglich um eine differenzierte Betrachtung und die Ergreifung geeigneter Maßnahmen, die den Schutz der Gesundheit mit Freiheitsrechten, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten in Einklang bringen, um nicht durch kurzfristigen Aktionismus und Alarmismus langfristig Kollateralschäden mit deutlich weitreichenderen Auswirkungen zu erzeugen.
        • Die Angst

        • Es ist erschreckend festzustellen, wie schnell in der Verfassung verankerte demokratische Grundrechte widerspruchslos aufgegeben werden. Die „German Angst“ macht’s möglich. Die Angst sitzt uns allen im Nacken und macht uns regungslos. Statt Angriff oder Flucht herrscht Starre – obwohl Angst weder ein guter Ratgeber noch gesundheitsfördernd ist. Sie verengt vielmehr das Blickfeld und lässt am Ende des Tunnels kein Licht mehr erscheinen. Und Angst macht krank – am Ende vielleicht mehr als dieses kleine Virus. Dabei ist all das, was wir gerade erfahren, keine Naturgewalt, die wie die Apokalypse über uns gekommen ist. Das Virus existiert und es ist neu – aber all das, was wir jetzt erleben, ist von Menschen gemacht. Es ist derzeit nicht das Virus, dass uns in die Flucht schlägt, sondern der Umgang damit. In diesem Szenario spielt die mediale Berichterstattung eine kaum zu unterschätzende Rolle. Sie versetzt Menschen in Angst und Panik wo sie aufklären sollte und führt dazu, dass eine verängstigte Bevölkerung Politiker vor sich her treibt und zu drakonischen Maßnahmen inspiriert. Auch bei diesen ist womöglich Angst eine treibende Kraft – die Angst vor dem Vorwurf man könne nicht genug getan und Menschenleben aufs Spiel gesetzt haben. Aber auch die Chance in der Krise zu punkten, sich zu profilieren und für höhere Aufgaben zu empfehlen.
  • Die Wahrnehmung

    So wie ein Designer durch den Aufbau eines User Interfaces die „User Experience“, die Erfahrung des Nutzers, im Wesentlichen mit bestimmt, so bestimmt die Art und Weise der Berichterstattung der Medien die „Human Virus Experience“, also die direkte Erfahrung des Corona-Virus. Die Art und Weise der Berichterstattung, die  verwendeten Mittel wie Text, Zahlen, Bilder, Bewegtbilder, Grafische Darstellungen und Sound bestimmen über die Wahrnehmung und Interpretation der rezipierten Informationen. Natürlich reagiert auch hier jeder Mensch abhängig von seiner kulturellen Prägung, seinen Lebenserfahrungen, seinen Wahrnehmungsgewohnheiten, seiner Mentalität, seiner psychischen Disposition und seinem Bewusstheitsgrad anders. In der Wissenschaft wie im User Experience und auch im Journalismus und der medialen Berichterstattung gibt es Standards, die einzuhalten sind oder an denen man sich zumindest orientieren sollte. Im Journalismus dieser Tage scheinen diese Standards über Bord gegangen zu sein. Was beim User Experience Design und dem Aufbau eines Interfaces die Verwendung von Gestaltungsrastern, Typographie, Farben, Icons und anderen grafischen Elementen ist, ist im Journalismus die Art und Weise wie ich Fragen stelle, Informationen sammle, den Wahrheitsgehalt prüfe, in Kontext setze und ein Thema aufbereite. Zur guten Nutzung eines Interfaces wie zur Sinn stiftenden Rezeption von Informationen gehört es unabdingbar dazu den Nutzungs- bzw. Wahrnehmungskontext mitzudenken. Bei der Corona-Berichterstattung ist das bisweilen schmerzlich zu vermissen.

  • Die Zahlen

        • Es wird von Fallzahlen (Erkrankungen), Reproduktionszahlen (Ansteckungsraten) und Toten berichtet, ohne die Zahlen in Zusammenhang zu setzen. Es werden erhöhte Fallzahlen kommuniziert, nicht aber erwähnt, dass diese im Wesentlichen auf die gestiegene Anzahl an Tests zurück zu führen sind. Wenn in Deutschland plötzlich viel mehr getestet wird, findet man zwangsläufig auch mehr Infizierte. Ob sich wirklich mehr Menschen angesteckt haben, weiß man dann aber nicht.“, so der Statistikexperte Gerd Antes in einem Spiegel-Interview. Es werden immer wieder nackte Zahlen kommuniziert, diese aber nicht in Kontext gesetzt – z.B. mit anderen Krankheiten, Todesursachen oder anderen Zeiten verglichen. So gehen Forscher in einem Artikel im New England Journal of Medicine, der Champions League der Medizin-Publikationen, bei Covid-19 von einer Sterblichkeit ähnlich der einer schweren saisonalen Grippe aus. Auch bei den offiziellen Todeszahlen seitens des RKI wird gewürfelt – so werden alle als Corona-Tote gezählt, die das Virus in sich tragen – ob sie „mit Corona“ oder „an Corona“ gestorben sind (Quelle BR). Obduktionen, die mehr Klarheit bringen würden, wurden bis gestern vom RKI mit Verweis auf Hygiene- und Infektionsrisiko abgelehnt. Warum dies angesichts dieser dünnen Datenlage so ist, weiß wohl nur RKI-Chef Wiehler selbst. Erste Obduktionen aus Hamburg, vom Chef der Hamburger Rechtsmedizin Prof. Klaus Püschel, haben ergeben, dass unter 50 Todesfällen mit Corona kein einziger ohne Vorerkrankungen war. Bei der Feststellung der Infektionen wiederum beruft man sich bisher auf Tests, so genannte PCR-Tests, die sehr Fehleranfällig sind und zu fragwürdigen Ergebnissen führen. Gesicherte Fakten sind immer noch Mangelware – eine solide Datenbasis fehlt. Um diese zu erhalten, gälte es regelmäßig und fortlaufend einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung zu testen. Dies wird jedoch vom RKI als „nicht zielführend“ betrachtet. Dass das RKI seit dem 31.03.2020 keine Pressekonferenzen unter Anwesenheit von Journalisten mehr gibt, trägt auch nicht unbedingt zu einer glaubwürdigeren Wahrnehmung des Instituts bei. Nicht nur Eingeweihte sollten den Kopf darüber schütteln, wie ein derart dilettantischer Umgang mit Zahlen zu so drastischen Maßnahmen führen kann – insbesondere angesichts der zu erwartenden psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen.
  • Die Pandemie

    Am 11.03.2020 wurde vonseiten der WHO die Pandemie ausgerufen. Das ist das Alarmsignal für alle Nationen. Was ist denn eigentlich eine Pandemie und wann wird sie ausgerufen? Die Kriterien hierfür haben sich über die Jahre und Jahrzehnte ständig verändert und führen auch innerhalb der WHO zu Kontroversen. So hieß es zum Beispiel zu Zeiten der Schweinegrippe-Epidemie auf der Website der WHO am 01.05.2009: „Eine Influenzapandemie entsteht, wenn ein neues Influenzavirus auftritt, gegen das die menschliche Bevölkerung keine Immunität besitzt, was weltweit zu Epidemien mit einer enormen Zahl von Todesfällen und Krankheiten führt.“ Eben diese Passage lautete am 02.09.2009, also 4 Monate später, noch unspezifischer: „Eine Krankheitsepidemie tritt auf, wenn es mehr Fälle dieser Krankheit als normal gibt. Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie einer Krankheit“. Eine mathematisch-wissenschaftliche Definition für den Ausruf einer Pandemie sucht man vergebens. Ist das nicht erstaunlich angesichts der frappierenden Auswirkungen, die dies haben kann? Der Begriff als solches hat sich offenbar, vermutlich durch die mediale Berichterstattung, im kollektiven Gedächtnis der Deutschen bereits eingenistet. So ist auf den Schaufenstern und Türen von derzeit geschlossenen Läden inflationär häufig von „Corona-Pandemie“ als Grund für die Schließung zu lesen. Auch in der Vergangenheit wurden von Seiten der WHO Pandemien oder Seuchen ausgerufen, die zu unzähligen Toten auf der ganzen Welt führen sollten. Gott sei Dank lag sie dabei gerne falsch. Wenn die WHO eine Pandemie ausruft, dann droht also wahrscheinlich keine Gefahr. Das hat jedoch weitreichendere Konsequenzen, als die uns allen mittlerweile bekannten. So wurde den Regierungen der Länder seitens der WHO zu Zeiten der allseits überschätzten Vogel- oder Schweinegrippe zum Aufstocken der Medikamentenbestände und zum Kauf von Impfstoffen geraten. Als sich herausstellte, dass die vermeintlichen, globalen Seuchen eher einem kleinen Schnupfen ähnelten, mußten die Länder dieser Welt die auf Kosten der Steuerzahler in Millionenhöhe eingekauften Medikamente vernichten. Mit diesem Thema beschäftigte sich der sehenswerte Arte-Film – Die WHO im Griff der Lobbyisten.

  • Die WHO

  • Gemeinhin stellt man sich die WHO als eine unabhängige Organisation vor, die weltweit die Interessen der Bürger in Sachen Gesundheit vertritt. Das wäre bei einem derart wichtigen Thema auch gut und richtig so. Dem ist aber nicht so. Schaut man sich die Finanzierung der WHO an, so stellt man fest, dass mittlerweile nur 1/4 des jährlichen Budgets in Höhe von 4 Milliarden Dollar aus der öffentlichen Hand der Nationalstaaten kommen. Der überwiegende Teil der Gelder, nämlich 3 Milliarden Dollar, muß die WHO in Form von Spenden einwerben, die im Wesentlichen von global agierenden Pharmakonzernen kommen. Dabei sticht ein edler Spender besonders hervor – Bill Gates. Die „Bill and Melinda Gates-Stiftung“ alleine ist mit 11% der größte Geldgeber der WHO. Auch in der Corona-Krise hat die „Bill and Melinda Gates-Stiftung“ 10.000.000 US$ zur Verfügung gestellt. Der im Allgemeinen als Philanthrop geltende Bill Gates träumt offenbar seit Jahren von einer vollständig durchgeimpften Welt. Diesem Traum versucht er auch mit seinem Engagement beim seit kurzem weithin bekannten „Johns Hopkins Center for Health Security“ nahe zu kommen. In 2019 war die John Hopkins Universität Gastgeber des Planspiels „Event 201, in dem ein der Corona-Epidemie ähnliches Scenario durchgespielt wurdeAuf Gates Betreiben hin schlossen sich zudem im Jahr 2000 seine Stiftung, die WHO, UNICEF und die Weltbank zur „Global Alliance for Vaccines und Imunisation“, kurz GAVI, zusammen. 2015 regte er im Verbund mit dem Weltwirtschaftsforum, dem Welcome Trust und einigen Nationalstaaten die „Coalition for epidemic preparedness innovations“ an, die auf dem Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos gegründet wurde. Mit Gates zusammen arbeitet ein anderer großer Philanthrop dieser Tage – George Soros. Ihm gehört Wuxi Pharmaceuticals, die wiederum Partner von Gilead Sciences sind, wo Soros Großaktionär ist. Gilead Sciences haben mit Remdesivir ein Produkt entwickelt, dass jetzt zur Behandlung des Corona Virus eingesetzt werden soll und in China getestet wird. Mit von der Partie ist hier auch die Arzneimittel-Einkaufsgruppe UNITAID, deren Mandat darin besteht, einen „Patentpool“ für pharmazeutische Unternehmen zu schaffen, damit diese ihre „Arzneimittelpatente“ mit anderen Unternehmen teilen können, um Generika für die Verteilung an afrikanische Länder herzustellen. UNITAIDs größter Privatsponsor wiederum ist die „Bill and Melinda Gates-Stiftung“. Eng verbunden mit UNITEAD ist auch die „Clinton Health Access Initiative“, kurz CHAI. UNITAID und Gilead unterstützten ihrerseits Hillary Clinton im Wahlkampf um das Präsidentenamt 2016. Bill Gates, George Soros, Gilead, UNITAID, Johns Hopkins und WHO  – gute Netzwerke sind alles. Und überall mittendrin – die „Bill and Melinda Gates Stiftung“. Derzeit stehen die von der Stiftung unterstützte WHO und die Johns Hopkins Universität im Zentrum des Geschehens. Auf erstere beruft sich auch das RKI. Auf dieses wiederum, nahezu ausschließlich, die Bundesregierung, die ihrerseits Maßnahmen an die Länder diktiert. Wie in der heutigen internationalen Medienwelt, in der drei Nachrichtenagenturen die Welt mit Nachrichten füttert, sind es im Falle von Corona einige, wenige Institutionen, die den Lauf der Dinge maßgeblich beeinflussen. Die Sphäre der internationalen Gesundheit ist dabei keineswegs mehrheitlich in öffentlichen und demokratisch legitimierten Händen, sondern vielmehr privatwirtschaftlich gesteuert. Die finanziellen Möglichkeiten und die der Beeinflussung einiger weniger schwerreicher Herren übersteigen die ganzer Nationalstaaten. Und wie sagt ein englisches Sprichwort so schön: „Der, der den Pfeifer bezahlt, bestimmt die Melodie“. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Die Lösung

Der Weg aus der gegenwärtigen Situation ist, wie es meistens bei guten Lösungen der Fall ist, ganz einfach. Man sollte die Risikogruppen schützen und die Erkrankten so schnell wie möglich identifizieren und isolieren, also in Quarantäne schicken. So machen es die Schweden – die Gallier des 21. Jahrhunderts – und setzen dabei auch noch auf Freiwilligkeit. Der schwedische Weg lässt sich epidemiologisch auf zwei Grundregeln reduzieren: Ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen werden so gut es geht isoliert (also keine Besuche der Kinder oder Enkel, keine Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn möglich auch keine Einkäufe) und alle, die Symptome aufweisen, bleiben zu Hause, selbst beim geringsten Husten. Wenn man diese beiden Regeln befolgt, so der moderne, schwedische Asterix Dr. Anders Tegnell in einem Zeitartikel vom 24.03.2020, „braucht man keine weiteren Maßnahmen, deren Effekt sowieso nur sehr marginal ist“. Diese so genannten „risikostratifizierten Maßnahmen“ schützen gezielt die Risikogruppen, während dem Rest der Bevölkerung erlaubt wird, sich zu immunisieren. Läßt man also die These ausser acht, dass es sich bei Covid-19 um eine Krankheit handelt, die nicht gefährlicher als die uns bekannte, jährlich wiederkehrende Grippe (Influenza) ist (die wir laut Dr. Wolfgang Wodarg garnicht wahrgenommen hätten, wenn wir nicht getestet hätten), dann würden uns diese einfachen Maßnahmen im Duell mit dem Corona-Virus bereits gut aussehen lassen. In meinem Video „Viral Experience – Wissen gegen Viren“  habe ich die Bundesregierung und alle Verantwortlichen dazu aufgefordert dies zu tun und dem „Corona-Spuk“ ein Ende zu setzen. Es braucht keine kollektiv verabreichte Chemotherapie, sondern minimal invasive Eingriffe, um das Virus zu besiegen. Der Kampf gegen Covid-19 ist nicht alternativlos – der Shutdown muß aufhören.

    • Die Hilfen

        • Ich finde es großartig und richtig, dass schnell und unbürokratisch Soforthilfen gewährt wurden. Das hilft vielen Freiberuflern und Selbstständigen erst einmal über die Runden zu kommen. Auch wir haben binnen kürzester Zeit 15.000 € erhalten. Das ist gut und hilft, es ist jedoch kaum mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein und muß auch noch versteuert werden. Durch den Lockdown und die Absagen unserer Seminare in März und April haben wir Umsatzeinbußen in Höhe von ca. 200.000 € hinnehmen müssen. Bereits gezahlte Seminargebühren in Höhe von 50.000 € haben wir seit dem 16.03.2020 zurück erstattet. Aufgrund der moderaten Stornofristen von 14 Tagen können wir bereits erfolgte Zahlungen auch nicht in Gutscheine umwandeln. Hinzu kommt ein täglicher Umsatzverlust von 10.000 € durch einen massiven Einbruch bei den Neu-Anmeldungen um 90%. Das geht nicht nur uns so, sondern allen, die im privaten Veranstaltungs- und Weiterbildungssektor unterwegs sind. Uns helfen weder Gutscheine oder Kredite noch staatliche Eingriffe. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen kommen die Hilfspakete nicht an. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft leidet an akuter Arthritis. Auch die neuerlich aufgelegten Corona-Hilfen für den Mittelstand, bei denen der Staat zu 100% für den Auswahl von Krediten bürgt, sind vielmehr Banken-Sanierungsprogramme und helfen Zombie-Unternehmen, sich weiter über Wasser zu halten. Uns, wie vielen anderen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die häufig im Familienbesitz sind und wo die Eigentümer selbst haften, würden nur Transfers wie die von Dr. Peter Bofinger im Interview bei Jung&Naiv vorgeschlagene negative Einkommenssteuer oder ähnliche Maßnahmen helfen. Die Bundesregierung sollte also dringend weitere Hilfen für kleine und mittelständische Unternehmen auf den Weg bringen, wenn sie auch morgen noch vollmundig vom Rückgrat der deutschen Wirtschaft sprechen und die Klagewelle in den nächsten Wochen und Monaten verringern will.
      • Das Ergebnis

        Das Wort Krise ist längst in unseren täglichen Sprachgebrauch eingeflossen. Wir werden es in naher Zukunft noch öfter hören. Derzeit erleben wir mehrere Krisen gleichzeitig – eine Demokratiekrise, hervorgerufen durch einen Mangel an Demokratie mit Hinterzimmer-Politik, eine Krise des Gesundheitssystems, die trotz unserer wirtschaftlichen Stärke das Licht auf unterbezahltes und schlecht ausgestattetes Pflegepersonal in einem privatisierten und auf Wirtschaftlichkeit getrimmten Gesundheitssystem wirft, eine Medienkrise, wo reisserischer und unsachlicher Headline-Journalismus ohne Zeit für notwendige Recherchen dominiert und einer Erregungsgesellschaft Vorschub leistet, eine Wirtschaftskrise, weil tausende von Unternehmen kein Geld mehr verdienen, Insolvenz anmelden und Mitarbeiter entlassen müssen und Hunderttausende verarmen oder arbeitslos werden und kein Geld mehr zum Konsumieren haben und „last but not least“ eine derzeit in den Hintergrund gedrängte Klimakrise, die uns wohl noch am intensivsten beschäftigen wird. All das sind riesige Herausforderungen – um sie bewältigen zu können gilt es neue Wege einzuschlagen. Auf eine Demokratie der wenigen könnte eine Gesellschaft der Transparenz und Partizipation der „Vielen“ folgen, das Gesundheitssystem der Zukunft könnte der Marktlogik entzogen werden und sich einzig an den menschlichen Bedürfnissen der Gesunderhaltung und Heilung von Krankheiten orientieren, Medien könnten wieder heterogener und freier werden, Zeit für eine ordentliche Recherche haben und mehr Inhalte mit weniger Headlines produzieren, einer auf Gewinnmaximierung getrimmte Wirtschaft mit inhärenter Steigerungslogik könnte eine Postwachstumsökonomie mit Gemeinwohlorientierung folgen und eine gebeutelte und ausgebeutete Natur des Klimawandels könnte sich wieder regenerieren wie in Zeiten des Corona-Stillstands und mit einem echten „Green New Deal“ geschützt und in Einklang mit wirtschaftlicher Entwicklung gebracht werden.

      • Die Zukunft

        • Ein Blick in die Glaskugel verrät – das Leben geht weiter. Die Erlebnisse waren aber so einschneidend, dass wir unseren Enkeln noch von dieser unglaublichen Zeit erzählen werden. Der Druck der Kritiker, die schwierige Rechtssituation und die wirtschaftlichen Folgen sorgen dafür, dass nach dem 19.04. die Maßnahmen in Deutschland gelockert werden. Wir kehren Stück für Stück zur Normalität zurück. Im Rückblick wird klar, dass das Virus nicht gefährlicher als die jährliche Grippe ist – nur neu. Die Bundesregierung erleidet dennoch keinen Gesichtsverlust und läßt sich dafür feiern, die Pandemie durch schnelles, konsequentes Handeln gestoppt zu haben. Unzählige, auch hochrangige Kritiker, werden im Mainstream untergehen und nicht an der Erfolgsstory kratzen können. Dennoch wird es eine Klagewelle gegen die Bundesrepublik geben – zu viele Menschen und Unternehmen wurden durch die Maßnahmen existenziell gefährdet. Ein Aufflammen der angeblichen Pandemie im Herbst ist nicht zu erkennen. Das neue Virus reiht sich in die große Zahl anderer Viren ein und wird sein Unwesen, wie einige seiner Verwandten auch, jedes Jahr von Neuem treiben. Wir werden in naher Zukunft eine Wirtschaftskrise erleben, für die das Corona-Virus verantwortlich gemacht wird und nicht die drei Jahrzehnte andauernde neoliberale Politik der Deregulierung. Die aufgeblähte Finanzwirtschaft platz wie ein Luftballon. Dabei wird noch mehr Geld von unten nach oben gepustet. Ich werde nach diesem Sätzen meine investigativ-journalistische Kurz-Karriere an den Nagel hängen und mich wieder um meine eigentlichen Aufgaben kümmern, mein Institut durch die Krise zu steuern, zu neuen Ufern aufzubrechen und für meine Familie da zu sein. Hoffentlich.
      • Der Epilog

        Ich freue mich sehr, dass sich in den letzten Tagen und Wochen eine kritische Stimme nach der anderen zu Wort meldet. Die Anzahl und Reputation der kritischen Stimmen sorgt dafür, dass es unmöglich wird von Verschwörungstheorien zu sprechen, wenn man „Maß und Mitte“ im Umgang mit dem Virus fordert und für alternative Wege zum globalen Shutdown ist. Der größte Dank und auch meine größte Hochachtung gilt denjenigen, die bereits in den ersten Tagen der aufkommenden Panik Ihre kritische Stimme erhoben haben und nüchtern und sachlich geblieben sind, statt in panischen Aktionismus zu verfallen. Ich freue mich besonders über die mutigen Aktivitäten des Virologen Prof. Dr. Hendrik Streeck, der auf eigene Initiative mit seinen Mitstreitern und zunächst unabhängig vom RKI die Corona-Studie-Heinsberg auf den Weg gebracht hat. Ich bin sehr dankbar für mutige Menschen wie Dr. Wolfgang Wodarg, Prof. Sucharit Bhakdi, Prof. Dr. Stefan Hockertz, Prof. Dr. Carsten Scheller, Prof. Dr. Karin Mölling und viele andere, die sehr früh kritisch Stellung bezogen haben, gegen den Strom geschwommen sind und den Gegenwind vieler in Kauf genommen und ausgehalten haben. Solange wir solche Leute im Land haben, mache ich mir keine Sorgen. Man muß nicht mit allen Kritikern einer Meinung sein, sollte sich aber alternativen Betrachtungsweisen nicht verschliessen und unterschiedliche Quellen zu Rate ziehen um sich eine eigene Meinung zu bilden.

      • So weit so gut.
      • Bleibt gesund und laßt euch nicht infizieren.
      • Alles Gute euch allen.
      • Stefan Schmitt

       

      Der Original-Artikel ist vom 01.04.2020. Wenn ich über interessante neue Quellen stoße, dann ergänze ich diese hier ab und an.

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